Sonntag, 1. Mai 2011

Käsekuchen mit Brownieboden

Brownie-Käsekuchen

Ich hatte schon öfter Gerüchte gehört über Menschen, die angeblich keinen Käsekuchen mögen. Ich konnte es nicht glauben. Da gibt es auf der Welt etwas so herrliches und perfektes wie Käsekuchen, und es soll trotzdem jemand existieren, der das nicht anerkennt, ja, schlimmer noch – es verneint? Das schien mir doch zu weit hergeholt, um wahr zu sein. Käsekuchen, so mein Weltbild, liebt jeder. Schon als Kind war ich verrückt danach, in fast jeder Variante (nur bitte ohne Rosinen! Aber irgendeine Macke muss als Kind jeder haben, oder?), gebacken oder aus dem Kühlschrank, mit Kekskrümelboden oder auch gerne – sehr gerne – in einer Variante quasi ganz ohne Boden, einfach nur der käsig-cremige Genuss.

Mittlerweile kenne ich gleich zwei dieser geheimnisvollen Käsekuchenverweigerer. Beides sind sehr liebe Menschen – aber sie haben diesen dunklen Fleck auf ihrer Seele. Oder so ähnlich. Jedenfalls stellen sie etwas ganz und gar unmögliches dar: ein Leben ohne Käsekuchen.

Wiederum mittlerweile bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob Käsekuchen denn wirklich über alles geht. Immerhin gibt es auch andere wundervolle Gebäcke, insbesondere Brownies. Je gehaltvoller, kompakter und schokoladiger, desto besser. An der Oberfläche müssen sie durchzogen sein von kleinen Rissen, wie Erdboden in einem regenarmen Sommer, aber in der Mitte, da dürfen sie niemals – niemals – ganz durchgebacken sein, wenn man auf der Suche nach dem ultimativen Genuss ist (machen wir uns nichts vor, natürlich schmecken sie auch, wenn sie ganz aufgegangen, durchgebacken und fluffig sind. Aber dann sind sie eigentlich nur noch eines: Schokokuchen).

Und damit kommen wir auch zur heutigen Problematik: was tun, wenn man Brownies liebt, aber nach Käsekuchen verrückt ist? Wie soll man sich nur entscheiden, was man für den Sonntagskaffee backt, welche Art Kuchen man guten Freunden zum Geburtstag schenkt, welches heimische Backwerk sich am besten auf einer festlichen Kuchentafel macht? Eine Frage, an der sich die Geister scheiden, und geniale Denker verzweifeln. Die Frage aller Fragen: Käsekuchen oder Brownies?!

Ab sofort gibt es wieder Grund zum Aufatmen, denn in Zukunft können wir dieser Frage gefasst und locker begegnen, indem wir mit angemessener Nonchalance sagen: „Nun, wir haben hier beide Arten von Kuchen!“

Woraufhin wir in die Küche eilen und einen Käsekuchen auf den Tisch stellen. Aber keinen gewöhnlichen Käsekuchen, nein! Einen Käsekuchen mit Brownieboden – eine schokoladig-cremige Fusion, die bisher noch immer gut angekommen ist.

Käsekuchen mit Brownie-Boden

Man braucht (für eine 20 – 22 cm-Springform):

* 120 g Butter (plus etwas mehr zum Einfetten der Form)
* 150 g Mehl
* 120 g Zartbitterschokolade, gehackt
* 220 g Zucker
* 2 Eier
* 60 ml Milch

* 500 g Magerquark
* 150 g brauner Zucker
* 3 Eier
* 1 Pck. Vanillezucker
* 125 g Naturjoghurt

Und so wird’s gemacht:

1) Den Ofen vorheizen – Umluft, 180° C. Die Springform einfetten und evtl. mit Mehl oder Semmelbröseln ausstreuen.

2) Die Schokolade mit der Butter in einem kleinen Topf bei geringer Hitze schmelzen, dabei immer mal wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Dann vom Herd nehmen und den Zucker unterrühren. Das Mehl zugeben und unterrühren. Die Eier verquirlen und mit der Milch vermischt kräftig unter die Schokoladenmasse rühren. Die Masse in die vorbereitete Springform füllen.

3) Den Brownie-Boden im Ofen etwa 25 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, während der Käsekuchen vorbereitet wird.

4) Die Temperatur des Ofens auf 160° C reduzieren.

5) Die Eier verquirlen. Den Frischkäse mit den Eiern, dem Zucker und dem Vanillezucker vermischen. Danach den Joghurt untermischen und die Creme auf dem abgekühlten Brownie-Boden verteilen.
Den Kuchen wieder in den Ofen geben und weitere 45 – 55 Minuten backen, bis der Kuchen fest ist, das heißt, wenn er in der Mitte nur noch leicht wackelt, wenn man die Springform ein bisschen rüttelt.

6) Den Kuchen mit einem Messer vorsichtig vom Rand der Springform lösen, dann aber in der Form langsam abkühlen lassen und erst dann endgültig herausnehmen.

7) Den Kuchen idealerweise über Nacht, mindestens aber für 3 bis 5 Stunden kalt stellen, bevor er angeschnitten wird. Wer mag, kann ihn jetzt noch mit geschmolzener Schokolade oder fertig gekaufter Schokoladensauce verzieren, bevor er serviert wird. Und dann: Guten Appetit!

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